Manfred Heitzer aus Köln macht seit 2015 - unter dem Künstlernamen EmHa - Bilder, Collagen & Mini-Installationen, vorwiegend auf seinem Lieblingsmaterial Holz, in PopArt/StreetArt.

Seine häufig durchaus ernsten Themen, bekommen durch Hinzufügen von Comic- oder StreetArt-Elementen einen überraschend ironischen Touch, ohne das eigentliche Thema aus dem Auge zu verlieren.
EmHas „Dinger“ - wie er seine Werke gerne selbst nennt - erzählen schräge Stories, entstanden in seinem Kopfkino.

„Kunst ist auch dann Kunst, wenn sie auf den ersten Blick Sinn-leer scheint.
Wenn meine Kunstwerke den Menschen beim Betrachten ein Lächeln ins Gesicht zaubern, dann haben meine „Dinger“ ihr Ziel erreicht.“

Interview

Name
Manfred Heitzer aka EmHa

Alter
66 Jahre

Herkunft
Köln

Beruf
Unruhestand


Wie würdest Du Deinen Stil beschreiben?
„schräge“ Stories in PopArt/StreetArt


Seit wann beschäftigst Du Dich mit Kunst ? Was ist Dein Antrieb?
Also, begonnen hat mein Künstler-Dasein als ich 2015 in den vorgezogenen Ruhestand ging - zu diesem Anlass machte mir meine Frau ein tolles Geschenk, welches wir in einer Kölner Galerie abholten.
Während das Geschenk eingepackt wurde, sah ich mich etwas um und verliebte mich in ein Bild - leider sollte das 9.800€ kosten.
Wir verließen die Galerie und ca. 100 Meter weiter sagte ich zu meiner Frau „weißt du was, sowas mache ich jetzt selber“.
Und seitdem mache ich unter meinem Künstlernamen EmHa meine „Dinger“
Ich hatte übrigens bis zu diesem Zeitpunkt nie irgendwas aktiv mit Kunst zu tun.
Angetrieben werde ich durch meinen großen Spaß daran, mein eigenes Kopfkino auszuleben, auf Bretter zu bringen und anderen Menschen meine „schrägen“ Stories zu erzählen.


Welche künstlerischen Prozesse hast Du bis jetzt durchlaufen? Wie hat sich Dein künstlerisches Schaffen im Laufe der Zeit gewandelt?
Das kann ich eigentlich nicht so exakt beschreiben - natürlich habe ich mich im Laufe der Zeit neuen Herausforderungen gestellt, aber es ist kein linear verlaufender Prozess, denn immer wieder mache ich auch Sachen nach dem Motto „back to the roots“.


Was inspiriert Dich?
Anfangs war ich total begeistert von den Werken des StreetArt-Künstlers Banksy - auf den hat mich die Frau meiner Nichte aufmerksam gemacht. Doch nachts mit Hoodie und Taschenlampe war nicht so mein Ding und so beschloss ich, StreetArt in in die Wohnungen und Häuser zu holen.
So findet man auch heute noch manchmal Banksy-Versatzstücke in meinen „Dingern“.
... übrigens : das „nachts auf Wände sprühen“ hab‘ ich doch wenige Male gemacht - allerdings nicht als EmHa sondern als ..( bleibt mein Geheimnis )


Was für Materialien nutzt Du und was fasziniert Dich an ihnen?
Als Untergrund verwende ich meist alte Holzbretter - die haben zum einen durch ihre Maserung etwas einmaliges und zum anderen ist es nachhaltig. Auch viele andere Objekte stammen aus Sperrmüll oder Flohmärkten.


Welches Deiner Werke ist Dir gerade am nächsten und warum?
Einer meiner persönlichen Favoriten ist die Mini-Installation
„Aged Heroes - the paint is off“
Hier habe ich mich auf meine subtil-ironische Art mit dem Prozess des Älterwerdens beschäftigt - die Botschaft lautet : auch im fortgeschrittenen Alter kann man noch ein/e Hero bzw. Heroine sein - auch wenn der Lack schon etwas gelitten hat.


Wie sieht Dein Schaffensprozess aus?
Ganz unterschiedlich :
Es gibt Bilder, die entstehen komplett „durchkomponiert“ in meinem Kopf und dann bringe ich das Ding 1:1 aufs Holz.
Bei anderen ist es so, daß ich ein bestimmtes Thema bearbeiten möchte und dann suche ich in meinem Fundus nach geeigneten Objekten. Oft auch Sachen, die eigentlich nichts mit dem Thema oder der Story zu tun haben.
Bei dieser Art der Herangehensweise weiß ich selbst am Anfang nicht, was am Ende dabei rauskommt - limitierend ist hierbei nur das vorher ausgewählte Format.


Wo lebst Du Deine Kreativität am liebsten aus?
Virtuell in meinem Kopfkino und real dann in der Garage.


Welche Brötchenhälfte ist die Bessere?
Die Linke


Und für die, die bisher noch nicht eingeschlafen sind - Ungefragt, aber trotzdem ein ganz wichtiger Aspekt :
durch das Kunst-Machen habe ich ganz viele interessante und liebe Menschen kennengelernt - eine große Bereicherung in meinem Leben.